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Auszug aus der internen Mitarbeiterzeitung der Firma Karmann, August 2005:
Hobby Speedskating Karmann-Mitarbeiter sind fit auf den Rollen
Niemand ist besonders gern von der Rolle, besonders nicht Martin Twellmeyer, Michael Steins und Ulrich Maihöfer. Am liebsten verbringen die drei Kollegen ihre
Freizeit auf acht oder zehn Rollen. Ihr Hobby ist das Inline-Skaten. Sie gehören der Speedskating Gruppe der Sportfreunde Lechtingen an. Körperbeherrschung und
Ausdauer auf den Rollen geht bei ihnen längst über normale Freizeitfitness hinaus. Marathon-Rennen bereiten den Kollegen kaum Probleme und von Jahr zu Jahr steigern sie ihre sportlichen Leistungen.
Sportlich ambitioniert waren Michael Steins, Martin Twellmeyer und Ulrich Maihöfer schon immer. Zur Skating-Gruppe des Lechtinger Sportvereins kamen sie mehr oder
weniger durch ihre Kinder, die den schnellen Sport auf Rollen ausprobierten. Lechtingen ist gewissermaßen eine Hochburg des Inline-Skatens, denn die Sportart
gehört zum Angebot der „Sportfreunde Lechtingen e.V.“ und wird dort erheblich gefördert.
Fünf Damen hatten 1997 damit begonnen und mit ihrer Begeisterung für
den Trendsport viele andere Lechtinger angesteckt. Seit dem Sommer 1999 gehört Inline-Skaten zum Programm der Sportfreunde. Als 2000 auch dem Wintertraining in der Mehrzweckhalle nichts mehr im Wege stand,
erfuhr die Lechtinger Skater-Gemeinde noch einmal Auftrieb. Heute gehören rund 40 Erwachsene und 60 Kindern zur Inline-Skater-Gruppe. Silvia Wulftange ist eine der Gründerinnen der Skater-Gruppe. Die Inline
-Expertin betreut heute die Kindergruppen und ist Trainerin der Wettkampf-Sportler in Mannschafts- und Einzelwertungen. Seit Sommer 2000 ist Martin Twellmeyer dabei, Michael Steins seit April 2003 und Ulrich
Maihöfer skatet seit 2001. Mit dabei ist auch Michael Luczak, der bis April in der Lackiererei arbeitete.
Die drei Kollegen berichten von den bescheidenen Anfängen ihrer sportlichen Betätigung auf Schiene und Rollen, aus denen bald eine sportliche Herausforderung wurde. Martin Twellmeyer, heute Mannschaftskapitän des
Wettkampf-Teams, erinnert sich an seinen ersten Versuch auf geliehenen Inlinern. Schnell erfuhr er, dass Skaten mehr ist, als Schuhe anziehen und losfahren. Michael Steins erzählt, dass er sich in der Gruppe der
fortgeschrittenen Läufer als „Eisdielenskater“ gefühlt habe. Er stand wackelig auf den Rollen und musste dabei gleich zu Beginn fast eine „Vollflächenbremsung“ hinnehmen.
Wer sich sicher auf Inline-Skats fortbewegen will, braucht zuerst eine gute Ausrüstung, danach stehen Brems- und
Fallübungen auf dem Programm. Denn beim Inline-Skaten hat Sicherheit oberste Priorität. Ohne regelmäßiges Training, Fitnessprogramm und Technikübungen wird kein Skater zum Leistungssportler, so Michael Steins und
Martin Twellmeyer, die im Karmann-Berufsleben als Einkäufer im Einkauf COP bzw. als Konstrukteur im Betriebsmittelbau tätig sind.
Ohne Helm sollte sich kein verantwortungsbewusster Skater auf die Rollen stellen,
ebenso selbstverständlich sind Knie-, Handgelenk- und Ellenbogenschoner. Funktionskleidung ist wichtig, damit der Fahrtwind weder Frieren noch Erkältung
verursacht. Die Karmann-Skater Steins, Twellmeyer und Maihöfer fahren auf hochwertigen Sport-Inlinern, die je nach Rennen und Fahrstrecke mit anderen Rollen
umzurüsten sind. „Jeder von uns besitzt zwei Paar Inline-Skats“, berichtet Michael Steins. Fünf Rollen mit 80-mm- bzw. 84-mm-Durchmesser haben Steins und
Twellmeyer unter jedem Fuß. Möglichst leicht sollte das Sportgerät sein, ein guter Inliner-Skat wiegt etwa 1,5 Kilogramm.
Damit ein Sturz – besonders bei höheren Geschwindigkeiten – keine bösen Folgen hat, wird das Fallen solange geübt, bis die Bewegungen in Fleisch und Blut
übergegangen sind. „Reflexartig fällt man zuerst auf das geschützte Knie, dann federt man mit dem Handgelenk ab“, erläutern Twellmeyer und Steins. Gefährlich ist das
Speedskaten nicht, versichern die drei Kollegen. Michael Steins hat sich zwar schon „abgelegt“, doch die Blessuren hielten sich soweit in Grenzen, dass ein Pflaster reichte.
Genauso wichtig wie das richtige Fallen ist das Bremsen. „Intensives Training und eine abgestimmte Gruppe tragen
zur Sicherheit bei“, so Mannschaftskapitän Twellmeyer. „Bei jedem Rennen stellt man sich auf den Laufrhythmus
des Vordermannes ein. Dieser signalisiert seinen Hinterläufern Fahrbahnveränderungen und mögliche andere Gefahren“, erläutert Twellmeyer.

Inline-Skaten ist ein Mannschaftssport. Beim Windschattenfahren wechseln sich die Läufer in der Führung ab. „Das spart ca. 30 Prozent Kraft für die nachfolgenden Läufer“, so die Kollegen.
Mindestens zweimal in der Woche treffen sich die Inline-Aktiven am Lechtinger Sportzentrum. Montags stehen Fitness und Laufübungen auf dem Programm, mittwochs trifft sich die Leistungsgruppe zu einem
speziellen Training, ausgerichtet auf das nächste Rennen. Je nach Übungsprogramm schickt Silvia Wulftange ihre Männer und Frauen auf
Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. An den Wochenenden im Sommer geht es noch einmal gemeinsam zu einer privaten Trainingseinheit auf die Piste. Rund 80 Kilometer sind die Sportler pro Woche auf der
Rolle. Vor den Wettkämpfen werden es auch 150 Kilometer.
Steins und Twellmeyer reisen inzwischen von Rennen zu Rennen. Die
Mannschaft des SF Lechtingen nimmt jährlich an mehreren Wettkämpfen der Nordliga teil. Der 50-jährige Martin Twellmeyer ist Kapitän des siebenköpfigen Teams. Bei den Rennen werden Wertungspunkte
gesammelt und danach wird am Ende der Saison der Meister der Nordliga gekürt. Die Sportfreunde behaupten sich im guten Mittelfeld. Diese Leistung
ist ausbaufähig, denn die Skater starten in diesem Jahr erstmals in der Mannschaftswertung.

Außer an den Wettkämpfen für die Einzel- und Mannschaftswertungen nehmen Steins und Twellmeyer an Marathonläufen in Hannover und Berlin teil. Die Läufer sind mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 bis 35
km/h unterwegs. In der Marathon-Disziplin von 42,195 Kilometern kommen sie gewöhnlich nach einer Stunde und 30 bis 40 Minuten ins Ziel. Unter extremen Witterungsbedingungen, wie Gegenwind, kann die Strecke auch
einmal länger dauern.
Inline-Läufe, wie die Skater-Nächte in Osnabrück, Borgholzhausen oder Bremen, gehören zum Pflicht- und Übungsprogramm.
Das Highlight der Saison ist das Lechtinger Speedskate-Event. Die Veranstaltung mit Inline-Läufen für Kinder über
Hobby- und Fitnessläufe bis zum Halbmarathon für Leistungssportler wurde Ende Juni zum zweiten Mal von den Lechtingern ausgerichtet. Rund 350 Teilnehmer in allen Altersgruppen gingen an den Start.
Für das nächste Skater-Ereignis wird schon kräftig trainiert. Am 24. September fährt die ganze Gruppe wieder nach
Berlin zum 32. real-Berlin-Marathon. Unsere Skater-Kollegen sind dann garantiert „Fit auf der Rolle“.
Weitere Information über die Lechtinger Skater-Gruppe gibt es unter www.sfl-skating.de. Wer selbst einmal auf den Rollen laufen möchte, ist zu einem Probetraining eingeladen, Treffpunkt in den Sommermonaten montags um 18
Uhr, Sportzentrum Lechtingen.
Karmann Post 2005
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