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Dass eine Mannschaftsfahrt nicht immer zum Ballermann oder nach Norderney
führen muss, bewies in diesem Jahr die Männermannschaft „Rooldies“ aus der Abteilung Inlineskating der Sportfreunde Lechtingen. Dirk, Gregor, Jörg, Martin, Michael und Jürgen fuhren am letzten
Augustwochenende nach Rüdesheim, um an der längsten Inline-Tagestour Europas „Rhine on Skates“ über 135 km durch das Unesco Weltkulturerbe Oberes Mittelrheintal teilzunehmen. Den Freitag nutzen wir für einen Ausflug in die malerischen Weinberge, in die Altstadt und zur Besichtigung der Drosselgasse. Wenn unserer Ansicht nach die Kegelclubs auch sehenswerter waren als die Gasse selbst, so konnten wir uns doch von der Schönheit des Ortes und seiner einzigartigen Lage überzeugen. Nach einem leckeren Ausflug zum guten Italiener und einigen alkoholfreien Getränken abseits der Touristenströme suchten wir abends unser Hotel auf. Am Samstag starten wir früh in unseren großen Tag. Schnell stellten wir fest, dass auch die japanischen Touristen schon früh auf den Beinen sind. Nicht nur wir 6 Skater stellten ein willkommenes Fotomotiv dar, sie schossen auch viele Bilder von uns zusammen mit ihren Familienangehörigen. So hatten wir es schon vor dem Start in viele Fotoalben geschafft. Um 9:00 Uhr dann der Start zur ersten Etappe. Zusammen mit 1.200 gleichgesinnten Fittnessskatern rollten wir durch den morgendlichen Frühnebel zur Fähre nach Lorch. Dort setzen wir mit der Autofähre über den Rhein, um linksrheinisch den Hinweg nach Koblenz fortzusetzen. Die gesamte Strecke führte über die Bundesstraße direkt am Rhein entlang und wurde in Höhe des Teilnehmerfeldes für den Straßenverkehr gesperrt. Zusätzlich sorgten der sehr gute Straßenbelag und die angenehme Geschwindigkeit von 25 km/h dafür, dass wir noch genügend Luft für nette Gespräche mit gleichgesinnten SportlerInnen und genügend Zeit für
tausend Blicke auf die vielen Flusswindungen sowie die sehenswerten Burgen, Schlösser, Kirchen und Weinberge hatten. Nach 30 km pausierten wir auf dieser gemeinsamen Ausfahrt zum ersten Mal. Nun hatten wir eine halbe Stunde Zeit, um unsere körpereigenen Depots mit Bananen und Mineralwasser zu versorgen und der Autoverkehr konnte endlich wieder ungehindert Fahrt aufnehmen. Auf den nächsten 35 Kilometern genossen wir immer wieder die herrlichen Aussichten, erfuhren die Gemeinschaft mit Gleichgesinnten aus
Deutschland, Frankreich und Holland und ließen uns von zahlreichen Kegelclubs und Passanten anfeuern. Eine solch lange, rollende Menschentraube hatte hier Niemand erwartet. Nach einigen hügeligen Kilometern
erreichten wir das Stadiongelände in Koblenz. In der 90 minütigen Halbzeit unserer Tour genossen wir die frisch zubereiteten Nudeln und die Möglichkeit, nach drei Stunden nicht mehr in den Inlineskates zu stehen,
sondern zu sitzen.
U m 1 5: 0 0 U h r r ol lt e n w ir w ei te r z u m D e ut
schen Eck und von dort über die Rheinbrücke, um unseren Rückweg nach Rüdesheim auf der rechten Rheinseite fortzusetzen. Bei hochsommerlichen
Temperaturen nutzen wir die Gelegenheit, die nächste Etappe bis zur Loreley innerhalb unseres Rooldie-Teams ein wenig schneller zu skaten. Diese
Kombination aus malerischem Rheintal, glattem Asphalt und sportlicher Aktivität wie beim Teamzeitfahren war sicherlich ein Höhepunkt unserer Reise. Die
hier produzierten Glückshormone benötigten wir, um nach der letzten Pause auch die Kilometer 105 bis 135 ordentlich zu skaten. Während viele
SportlerInnen sich zwischenzeitlich in die Busse begeben hatten oder schon mit dem Zug auf dem Weg nach Rüdesheim waren, rollten wir in der Abenddämmerung an der Asbach Destillerie vorbei in unseren Zielort ein. An diesem langen Tag auf Inlineskates hatten wir nicht nur die Schönheiten des Rheintales und unsere sportlichen Grenzen entdeckt, wir erlebten auch eine aktive Mannschaftsfahrt und das nette Miteinander der großen Skaterfamilie. Da war es nur folgerichtig, dass wir nach dem Duschen auch auf der abschließenden Skaterparty bei Wein, Musik und Feuerwerk diesen glücklichen Tag weiterhin genossen. Um Mitternacht stand endgültig fest, dass die Mannschaftsfahrt der Rooldies auch in den nächsten Jahren nicht nach Mallorca führen wird.
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